Freitag, 12. Februar 2010

"Die Sonnenuhr" Maarten 't Hart


Unerwartet erbt Leonie eine schöne Luxuswohnung und beträchtliche Menge Geld. Ihre beste Freundin Roos ist plötzlich an einem Sonnenstich verstorben. Eigentlich eine merkwürdige Angelegenheit, da es an dem Tag nicht so sehr warm war und Roos daran gewöhnt ist, sich länger zu sonnen. Tag für Tag muss Leonie erfahren, dass sie ihre Freundin gar nicht richtig gekannt hat. Nachdem sie in ihre Wohnung gezogen ist, entdeckt sie Merkwürdiges und fängt an über die Todesursache und die Gründe für Roos' finanzielle Sicherheit zu grübeln. Zusammen mit einem Bekannten von Roos fängt sie an, den vermutlichen Mörder ihrer Freundin zu suchen.

"Die Sonennuhr" ist aber kein reiner Krimi. Psychologisch geht es hier auch zu. Leonie verwandelt sich langsam in ihre Freundin. Sie trägt ihre Kleidung, ändert ihre Frisur und Make-up. Der Leser kann zusehen wie sie von einer schüchternen Frau zu einer Diva mutiert, die sich die Männer um den Finger zu wickeln weißt.
Interessant skizziert sind auch die anderen Personen - der Notar, der Bauunternehmer, die Mitarbeiter des Labors. Sie hätten etwas mehr Aufmerksamkeit des Autors verdient.

Der Roman könnte definitiv besser sein, die Ansätze sind gut aber er wirkt unvollendet. Der Autor häuft viele Motive ein, die sich jedoch in den Sand verlaufen. Leonie mag biblische Zitate sehr gerne, sie hat nie Kinder bekommen, was sie sehr bedauert - diese Tatsachen schreien nach Erklärung. Man sucht jedoch vergeblich. Man bekommt Leonie heute und jetzt - der Autor schreibt wenig über ihre Vergangenheit, der Leser darf lediglich ihrer Weiterentwicklung folgen.
Trotzdem ist es ein nettes Buch, das sich schnell liest lässt.

Meine Bewertung: 3,5/6

Maarten 't Hart, Zegar słoneczny, übersetzt von Maria Zaleska, 282 Seiten, Wydawnictwo Dolnośląskie

Freitag, 5. Februar 2010

Zwischenmeldung

Ich komme einfach nicht dazu auch noch hier zu schreiben. Zu viel Zeit geht für den anderen Bücherblog und für den Blog meiner Kinder auf:( Ich würde doch so gerne mehr auf deutsch rezensieren, aber momentan schaffe ich es einfach nicht, zudem ich auch nicht weiß, ob ich hier überhaupt Leser habe. Löschen will ich den Blog aber auch nicht gleich, vielleicht kann ich ab und zu die eine oder andere Rezension posten. Wer weiß wir es sich in der Zukunft entwickelt?
Und was lese ich momentan? Ich arbeite kräftig am SuB-Abbau, der unglaublich gewachsen ist, nehme an zwei Bücher-Challenges teil und versuche weiterhin alle Nobelpreisträger kennen zu lernen. Letztes Jahr habe ich 101 Bücher gelesen - das beste Ergebnis seitdem ich die gelesenen Bücher aufzeichne, zu dem habe ich sehr viele neue Länder besucht und möchte weiterhin unbekannte Ecken literarisch erkunden.

Samstag, 31. Oktober 2009

"Mord in Thingvellir" Stella Blómkvist


Ich habe mich doch entschieden das andere Buch von Stella Blómkvist auch noch zu lesen. Wie schon vermutet, war das Buch nicht sonderlich gut aber endlich hat die Autorin ein paar Veränderungen vorgenommen. Stella fängt an nachzudenken - ja! Zu den Gedanken an Stellasparchwein, ihren Silberpfeil, Sex und Whiskey, kommt die Sehensucht nach Nachwuchs. Ansonsten lernt der Leser endlich etwas mehr über Stellas Vergangenheit kennen, da in dem Buch ihr Vater stirbt. Der Fall, an dem Stella arbeitet, führt sie wieder in die höchsten Kreise der isländischen Politik, u.a. zum Justizminister. Alles fängt aber mit dem Mord an einem jungen kurdischen Mädchen. Die Leiche wird an der historischen Stätte Thingvellir gefunden, an dem Platz, wo früher verurteilte Frauen hingerichtet wurden. Der erste Verdacht fällt gleich auf den Vater, der mit dem Lebenswandel seiner Tochter nicht zufrieden war. Stella glaubt jedoch nicht an diese Erklärung und ermittelt - diesmal ist sogar ihr Vater in die Geschichte verwickelt.
Blómkvist wendet ihre alten Tricks an - Stella wird entführt, Stella hat viel Sex und beruhigt sich täglich mit ihrem Whiskey. Langweilig aber leicht lesbar.
Ich kehre doch lieber zum Herrn Fitzek.

Stella Blómkvist, Mord in Thingvellir, übersetzt von Elena Teuffer, 346 Seiten, btb.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

"Der falsche Mörder" Stella Blómkvist


Die Teilnahme an dem SuB-Losverfahren hat mich motiviert den Blog wieder zu aktivieren. Das Buch habe ich bereits beendet und möchte meine Meinung mit euch teilen.

Dieses Jahr habe ich schon ein Buch von Stella Blómkvist gelesen - darüber habe ich hier geschrieben. Damals habe ich das Buch noch als nicht so ganz schlecht empfunden, jetzt war ich doch enttäuscht. Nach den Fitzek-Krimis, die ich neulich gelesen habe, war "Der falsche Mörder" ziemlich langweilig. Die Person Stella mochte beim ersten Lesen noch interessant sein aber auf die Dauer langweilt sie. Man sieht nämlich keine Entwicklung - sie steht weiterhin auf Luxus, Partys, Sex mit beiden Geschlechtern und Whiskey. Das Buch fängt wieder mit einer Selbstbefriedigungsszene an. Natürlich wird sie unterbrochen - Stella bekommt einen neuen Fall. Der Richter des Obersten Gerichts wurde inhaftiert, sie soll ihn vertreten. Der Richter wird eines Mordes seiner Liebhaberin, die in seinem Büro gefunden wurde, beschuldigt. Er bestreitet vehement sie getötet zu haben, Stella glaubt ihm und fängt mit ihren Recherchen an. Diese führen sie ins Theater-Milieu, wo sie auf schräge Typen stößt. Dort verkehrt die getötete Liebhaberin. Am interessantesten liest sich die Geschichte eines Isländers, der nach vielen Jahren in die Heimat zurück kehren möchte - im Nationalregister jedoch als tot geführt wird. Es handelt sich hier um einen berühmten Fall von vor 30 Jahren, in dem einige Menschen für den Mord an ebendiesem Isländer verurteilt wurden. Stella stellt eine Verbindung zwischen ihm und dem Richter her - leider wird dieses Motiv nicht zu Ende geführt.
Die Intrige ist nicht wirklich spannend - durch die sehr knappen Sätze liest sich das Buch zwar leicht, aber fesselt nicht wirklich. Interessant sind lediglich die Darstellungen des heutigen Islands - wie schon in dem vorherigen Buch.
Wenn sich jemand für das Land interessiert, kann man das Buch lesen, ansonsten kann ich es nicht wirklich empfehlen.
Ich habe im Regal noch einen Roman von Blómkvist stehen und werde ihm ein Versuch geben - wahrscheinlich ist es Zeitverschwendung aber so verschwindet er auch von meinem SuB.

Stella Blómkvist, Der falsche Mörder, übersetzt von Elena Teuffer, 315 Seiten, btb.

Samstag, 1. August 2009

Diese BBC-Liste habe ich schon oft gesehen. Die Zusammenstellung der Titel fand ich aber höchst zufällig - viel englischsprachige Literatur, Verdopplungen (z.B. alle Werke von Shakespeare und dann noch mal Hamlet). Mir fehlt auch der Schlüssel nach dem die Liste erstellt wurde. Nachdem ich aber die Liste jetzt wieder mal bei El Tragaligbros gesehen habe, wollte ich endlich mal wissen, wie viele Bücher ich davon gelesen habe.

1 Pride and Prejudice – Jane Austen (X)

2 The Lord of the Rings – JRR Tolkien (X)

3 Jane Eyre – Charlotte Bronte ()

4 Harry Potter series – JK Rowling (X)

5 To Kill a Mockingbird – Harper Lee (x)

6 The Bible (X)

7 Wuthering Heights – Emily Bronte (x)

8 Nineteen Eighty Four – George Orwell (X)

9 His Dark Materials – Philip Pullman ()

10 Great Expectations – Charles Dickens ()

11 Little Women – Louisa M Alcott ()

12 Tess of the D’Urbervilles – Thomas Hardy ()

13 Catch 22 – Joseph Heller ()

14 Complete Works of Shakespeare ()

15 Rebecca – Daphne Du Maurier()

16 The Hobbit – JRR Tolkien (X)

17 Birdsong – Sebastian Faulk ()

18 Catcher in the Rye – JD Salinger (x)

19 The Time Traveler’s Wife – Audrey Niffenegger ()

20 Middlemarch – George Eliot ()

21 Gone With The Wind – Margaret Mitchell (x)

22 The Great Gatsby – F Scott Fitzgerald ()

23 Bleak House – Charles Dickens ()

24 War and Peace – Leo Tolstoy ()

25 The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy – Douglas Adams (X)

26 Brideshead Revisited – Evelyn Waugh ()

27 Crime and Punishment – Fyodor Dostoyevsky (x)

28 Grapes of Wrath – John Steinbeck ()

29 Alice in Wonderland – Lewis Carroll (X)

30 The Wind in the Willows – Kenneth Grahame ()

31 Anna Karenina – Leo Tolstoy ()

32 David Copperfield – Charles Dickens ()

33 Chronicles of Narnia – CS Lewis ()

34 Emma-Jane Austen (x)

35 Persuasion – Jane Austen ()

36 The Lion, The Witch and The Wardrobe – CS Lewis (x)

37 The Kite Runner – Khaled Hossein (x)

38 Captain Corelli’s Mandolin – Louis De Bernieres ()

39 Memoirs of a Geisha – Arthur Golden ()

40 Winnie the Pooh – AA Milne (X)

41 Animal Farm – George Orwell (X)

42 The Da Vinci Code – Dan Brown (X)

43 One Hundred Years of Solitude – Gabriel Garcia Marquez (x)

44 A Prayer for Owen Meaney – John Irving ()

45 The Woman in White – Wilkie Collins ()

46 Anne of Green Gables – LM Montgomery (x)

47 Far From The Madding Crowd – Thomas Hardy ()

48 The Handmaid’s Tale – Margaret Atwood ()

49 Lord of the Flies – William Golding ()

50 Atonement – Ian McEwan ()

51 Life of Pi – Yann Martel ()

52 Dune – Frank Herbert ()

53 Cold Comfort Farm ()

54 Sense and Sensibility – Jane Austen (X)

55 A Suitable Boy – Vikram Seth ()

56 The Shadow of the Wind – Carlos Ruiz Zafon (X)

57 A Tale Of Two Cities – Charles Dickens ()

58 Brave New World – Aldous Huxley ()

59 The Curious Incident of the Dog in the Night – Mark Haddon ()

60 Love In The Time Of Cholera – Gabriel Garcia Marquez ()

61 Of Mice and Men – John Steinbeck ()

62 Lolita – Vladimir Nabokov (X)

63 The Secret History – Donna Tartt (x)

64 The Lovely Bones – Alice Sebold ()

65 Count of Monte Cristo – Alexandre Dumas ()

66 On The Road – Jack Kerouac ()

67 Jude the Obscure – Thomas Hardy ()

68 Bridget Jones’s Diary – Helen Fielding (x)

69 Midnight’s Children – Salman Rushdie ()

70 Moby Dick – Herman Melville ()

71 Oliver Twist – Charles Dickens ()

72 Dracula – Bram Stoker (X)

73 The Secret Garden – Frances Hodgson Burnett (X)

74 Notes From A Small Island – Bill Bryson (x)

75 Ulysses – James Joyce ()

76 The Inferno – Dante ()

77 Swallows and Amazons – Arthur Ransome ()

78 Germinal – Emile Zola (x)

79 Vanity Fair – William Makepeace Thackeray ()

80 Possession – AS Byatt ()

81 A Christmas Carol – Charles Dickens ()

82 Cloud Atlas – David Mitchell ()

83 The Color Purple – Alice Walker ()

84 The Remains of the Day – Kazuo Ishiguro ()

85 Madame Bovary – Gustave Flaubert ()

86 A Fine Balance – Rohinton Mistry ()

87 Charlotte’s Web – EB White ()

88 The Five People You Meet In Heaven – Mitch Albom ()

89 Adventures of Sherlock Holmes – Sir Arthur Conan Doyle (X)

90 The Faraway Tree Collection – Enid Blyton ()

91 Heart of Darkness – Joseph Conrad ()

92 The Little Prince – Antoine De Saint-Exupery (X)

93 The Wasp Factory – Iain Banks ()

94 Watership Down – Richard Adams ()

95 A Confederacy of Dunces – John Kennedy Toole (x)

96 A Town Like Alice – Nevil Shute ()

97 The Three Musketeers – Alexandre Dumas ()

98 Hamlet – William Shakespeare (X)

99 Charlie and the Chocolate Factory – Roald Dahl ()

100 Les Miserables – Victor Hugo ()

Gelesen habe ich 34 Bücher, es sind sicherlich einige Titel dabei, die ich im Regal habe oder die ich mal lesen möchte. Die 50 werde ich vielleicht mal erreichen. Mal sehen:)

Freitag, 24. Juli 2009

"Schattenfuchs" Sjón


Sjón tut gerne geheimnisvoll - versteckt sich hinterm Pseudonym, schreibt Gedichte, Prosa, Drehbücher und Liedertexte. Nach dem "Schattenfuchs" zu urteilen sind seine Romane sehr poetisch. So was mag ich eigentlich nicht. Aber Sjón schafft es sogar mich zu überzeugen. Was sage ich, zu begeistern! Zu schnell habe ich den "Schattenfuchs" gelesen, zu hastig. Das Buch muss man genießen, sich Zeit lassen, nachdenken und schmecken. Ich wurde jedoch von der Handlung zu sehr gefesselt und war auf das Ende zu neugierig. Die durchdachte Wortwahl, die poetischen Metaphern und die Beschreibungen der isländischen Winterlandschaft habe ich viel zu sehr vernachlässigt.
Was hat mich denn so gefesselt? Zuerst mal die Geschichte von Baldur, der eine Füchsin so hartnäckig verfolgt, dass er sich in der Ödnis isländischer Hochebenen verliert, wo er später ums reine Überleben kämpfen muss. Dann die Geschichte von Abba - einem Mädchen, das von einem gekenterten Schiff gerettet wurde. Ganz zufällig wird sie von Friðrik Friðjónsson gefunden, der gerade nach seinen naturwissenschaftlichen Studien in Dänemark, nach Island zurück kehrte. Was verbindet Abba und Baldur? Was für eine Rolle spielt die Natur und die Füchsin? Viel Stoff zum Nachdenken. Faszinierend!!!

Sjón, Schattenfuchs, übersetzt von Betty Wahl, 126 Seiten, Fischer.

"Midnight in the garden of good and evil" John Berendt


Manchmal lese ich auch mal ein Buch auf Englisch - diesmal fiel die Wahl auf den Bestseller von John Berendt. Die Handlung spielt in Bundesstaat Georgia, in Savannah. Ein Journalist aus New York ist von der Stadt fasziniert, zieht dorthin um und beschreibt seine Bewohner. Er fängt mit dem unglaublich reichen Jim Williams, hält sich lange bei der farbigen Dragqueen auf und kommt schließlich zum Besitzer eines Musikklubs. Berendt beschreibt mit Witz und Charme - viele kleine Anekdoten über die Stadt und das Stadtleben sorgen fürs Lesevergnügen. Eigentlich widmet sich der ganze erste Buchteil der Stadt und seiner Bewohner. Es wird spannend als Williams seinen Mitarbeiter - einen unreifen, alkoholabhängigen Choleriker - tötet. Der zweite Teil beschreibt dann die Gerichtsverhandlungen und Williams' Leben. Gleichzeitig wird der Leser über die Gespräche, Spekulationen und Gedanken von Savannahs Einwohnern informiert.
Das Buch ist wirklich interessant aber es liest sicherlich viel spannender, wenn man einen emotionellen Zugang zu Savannah hat oder mindestens Mercer House (Williams' Residenz) besucht hat.
Ich hätte das Buch wahrscheinlich mehr genossen wenn ich es auf Deutsch oder Polnisch gelesen hätte. Aber für eine Übung war es gut:)

John Berendt, Midnight in the garden of good and evil, 386 Seiten, Random House.