Dienstag, 16. September 2008

"Herrn Kukas Empfehlungen" von Radek Knapp

Radek Knapp - ein Pole, der nach Wien ausgewandert ist, beschreibt in seinem Buch die Geschichte eines polnischen Jugendlichen, der das erste Mal nach Westen fahren möchte. Schon das Wort "Westen" selbst erweckt in ihm Visionen einer heilen, wunderbaren Welt, die in schon seit Jahren lockt. Er bereitet sich auf sein Abenteuer sorgfältig vor, unter anderem besucht er Herr Kuka, der sich ja im Westen bestens auskennt. Die drei ratschläge, die Waldemar bekommt, werden im Endefekt nichts taugen, aber zuerst helfen sie ihm bei der Entscheidung. Als sein Reiseziel wählt er Wien und die Reise soll im Bus der Firma Dream Travel stattfinden. Der Bus stellt sich als ein Wrack heraus, mit dem nur Händler fahren. Waldemar ist der Einzige, der nichts schmuggelt. Die Fahrt nach Wien und sein Leben in der Hauptstadt Österreichs werden vom Glück gesteuert.
Radek Knapp beschreibt die Abenteuer seines jungen Protagonisten sowie von anderen Polen, die ihr Glück im Westen suchen auf eine sehr witzige Weise. Es ist eine leichte, mit Humor geschrieben Lektüre, die man ohne Weiteres an einem Abend verschlingen kann. Mich hat lediglich der Stil gestört. Knapp benutzt eine sehr einfache Umgangssprache, er meidet jegliche ausgefallene stillistische Mittel und lange Sätze. Diese Sprache hat er sicherlich nicht ohne Grund gewählt, sie passt ja wunderbar zu den Gestalten. Mir war die Sprache jedoch teilweise zu primitiv. Ich fühle mich an unbeholfene Schüleraufsätze erinnert. Ich habe das Buch in polnischer Übersetzung gelesen - mag sein, dass hier der Übersetzer auch daran Schuld ist.

Trotzdem fand ich das Buch amüsant, wahrscheinlich auch deswegen, weil mich das Thema (als Emigrantin) im gewissen Masse betrifft. Ich bin jedoch nicht geneigt einen tieferen Sinn in diesem Buch zu suchen - für mich war es eine reine Sommerlektüre.

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